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1. CHILE

1.1 Land und Leute
1.2 Einkommen
1.3 Preisniveau
1.4 Armut
1.5 Elendsviertel
1.6 Straßenkinder

2. PROJEKTE

2.1 Über uns
2.2 Partner
2.3 Kinderdorf
2.4 Landpfarrei
2.5 Gesundheitszentrum
2.6 Speisesäle

3. AKTIONEN

3.1 Schulfeste
3.2 Märkte
3.3 Hungermarsch
3.4 Weltmeisterschaft
3.5 Container
3.6 Bücher & CD

4. SPENDEN

Unsere Spenderinnen und Spender

5. AKTUELL

Aktuelle Infos

6. HOME

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1. CHILE

1.1 Land und Leute

„Als der Schöpfer seine in sieben Tagen erbaute Welt betrachtete, entdeckte er allerorten noch übrig gebliebene Reste: Urwaldstücke, Wüstenfetzen, Flussschlingen, Kupferberge, Vulkane, Fjorde und Eis. So schütteten die Engel auf sein Geheiß all dies hinter einen langen Wall ­ den Anden - zusammen. Und es entstand Chile - das vielgestaltigste Land unseres Planeten.“ (aus den Mythen der Aymara-Indianer)

Chile ist mit rund 757.000 qkm fast doppelt so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Von den ca. 15 Mio. Einwohnern leben allein 4,5 Mio. in der Hauptstadt Santiago de Chile. Infolge einer ausgeprägten Landflucht leben inzwischen nur noch 14 % der Chilenen auf dem Land. Mit 19 Einwohnern je qkm (BRD: 229 Einw./qkm) ist Chile nur schwach besiedelt. Das Land ist etwa 4.300 km lang und durchschnittlich nur 180 km breit. Auf der einen Seite wird es durch das Meer und die Küstenkordillere, auf der anderen Seite durch die Anden begrenzt. In Chile sind beinahe alle Klimazonen zu finden: Von der trockensten Wüste der Welt, der Atacama-Wüste im hohen Norden, den Wein-, Obst– und Gemüseplantagen in den mittleren Regionen, der Vulkan- und Seenlandschaft mit artenreicher Flora und Fauna, der sog. „chilenischen Schweiz“ bis zu den südlichen Steppen mit Schafzucht und den Eisbergen und Fjorden, die zur Antarktis führen. Zum Territorium gehören auch noch die Osterinseln, die 3.800 km vor dem chilenischen Festland liegen.

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1.2 Einkommen

Obwohl in den letzten Jahren ein starkes Wirtschaftswachstum in Chile zu verzeichnen war, lebt immer noch etwa ein Drittel aller Kinder in Armut. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer. 10% der armen Bevölkerung verdienen nur1,71 % des Gesamteinkommens, während 10% der Reichen 40,29% erhalten.

Im Vergleich zu den Lebenshaltungskosten sind die Löhne in Chile in allen Berufssparten sehr niedrig. Viele verdienen weitaus weniger als den staatlicherseits vorgeschriebenen monatlichen Mindestlohn von 185 €. Das Durchschnittseinkommen von 256 € wird von 75% aller Chilenen nicht erreicht. Der Stundenlohn eines Arbeiters beträgt im Durchschnitt 0,38 €. Alle Daten aus: „Indices de Pobreza, MIDEPLAN 2001 (Daten zur Armut 2000, Ministerium zur Planung und Kooperation im sozialen Bereich)

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1.3 Preisniveau

Das Preisniveau ist sehr hoch und ist abgesehen von einigen Grundnahrungsmitteln mit deutschen Preisen vergleichbar. Alle Daten aus: „Indices de Pobreza, MIDEPLAN 2001 (Daten zur Armut 2000, Ministerium zur Planung und Kooperation im sozialen Bereich)

Einige Lebensmittelkosten für Chilenen zum Vergleich:
1 kg Weißbrot 0,90 €
1 kg Schweinefleisch 3,30 €
1 kg Rindfleisch 5,20 €
1 kg Tomaten 0,65 €
1 l Milch 0,50 €

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1.4 Armut

Nach der Studie CASEN 2001 (Caracterizacion Socioeconomica Nacional), die alle zwei Jahre in Chile durchgeführt wird, ist der Anteil der Armen Besorgnis erregend. Mehr als 3 Mio. Chilenen leben in Armut, was einem Anteil von 20,6 % entspricht.

Die Anzahl der in extremer Armut lebenden Chilenen ist in den letzten Jahren sogar gestiegen und liegt zur Zeit bei 850 000 (5,7 % der Gesamtbevölkerung).

Immer häufiger ist auch die Mittelschicht von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise, von Arbeitslosigkeit und zunehmender Verarmung betroffen. Plötzlich kann die teure Schulausbildung für die Kinder nicht mehr bezahlt werden und oftmals reicht das Geld noch nicht einmal für die Miete.

Doch wer wird in der Studie CASEN überhaupt als „arm“ bezeichnet?  Arm ist, wer im Monat mit 41.000 Peso (ca. 64 €) auskommen muss und grundlegende Bedürfnisse nicht mehr befriedigen kann, die über die Beschaffung von Nahrungsmitteln hinausgehen. In extremer Armut lebt indessen, wer über weniger als 20.562 Pesos (ca. 32 €) monatlich verfügt und somit noch nicht einmal genug Geld hat, um sich zu ernähren.

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1.5 Elendsviertel

Weil die Armen nirgendwo hinschauen können,
schauen sie auf zum Himmel,
in der Hoffnung, dort zu finden,
was ihre Brüder auf der Erde ihnen gestohlen haben.

(Violeta Parra, chilenische Sängerin aus Chillán)

Wegen der schlechten Berufs– und Einkommenschancen flüchten viele aus ihren ländlichen Regionen. Inzwischen leben 80 % aller Chilenen in Großstädten. Ein Drittel der Bevölkerung lebt alleine in Santiago. Die Hoffnungen auf ein besseres Leben werden häufig nicht erfüllt.

Die Menschen finden keine Arbeit und ihr Einkommen aus Gelegenheitsarbeiten reicht nicht aus, den Lebensunterhalt sicherzustellen. So bleibt oft nur noch der Weg in die Slums vor den Toren der Stadt. Hier herrschen katastrophale Wohn- und Hygieneverhältnisse.

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1.6 Straßenkinder

Wiegenlied für ein Straßenkind

Der Mond schwimmt im Wasser.
Durch die Stadt,
und unter der Brücke
träumt ein Kind vom Fliegen.
Eingesperrt von der Stadt,
wie in einem metallenen Käfig,
... das Kind wird alt,
hat nie erfahren, wie man spielt.
Wie viele streunen wie du,
heimatlos durch die Nacht?
Wer Geld hat, dem fällt es leicht,
Liebe zu zeigen,
doch bitter sind die Tage,
an denen es keine gibt.

(Victor Jara, chilenischer Schauspieler und Theaterregisseur)

In den Elendsvierteln herrscht extremste Armut. Das Leben der Familien, die am Existenzminimum leben, ist von Arbeitslosigkeit, Krankheit und Unterernährung, Wohnungsnot, Gewalt und Alkoholismus gekennzeichnet. In der Regel sind die Bewohner der Slums nicht krankenversichert, weil sie die Beiträge nicht bezahlen können.

Kinder werden missbraucht und misshandelt. Ihre Eltern können ihnen nicht die Liebe und Zuwendung geben, die sie für eine gesunde Entwicklung benötigen. Ohne Schul- und Berufsausbildung haben sie schlechte Aussichten für eine bessere Zukunft.

In der Hauptstadt des Landes, Santiago de Chile, aber auch in anderen größeren Provinzstädten wie Concepcion, CHILLAN, Valparaiso und Osorno gibt es das Problem der „Niños de la Calle“ - der Straßenkinder. Sie leben das ganze Jahr über auf der Straße und sind meist Kinder von arbeitslosen Eltern, die ihre Sorgen im Alkohol vergessen wollen. Sie leben vom Betteln und dem Verkauf von Blumen und Bonbons, vom Autowaschen und vom Parkplatzbewachen, aber auch vom Drogenhandel und Diebstahl. Sie sind an jeder Straßenecke zu finden, immer auf der Suche nach etwas Geld, um sich am Leben zu erhalten. In der Nacht suchen sie in Hauseingängen, in verfallenen Häusern oder den großen Mülleimern der Stadt Schutz vor der Kälte und dem Regen oder der Polizei. Viele von ihnen konsumieren selbst Alkohol und Drogen, um sich das Leben ein bisschen erträglicher zu machen.

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2. PROJEKTE

2.1 Über uns

Anfänge des Kinderhilfswerks

Die KINDERHILFE CHILLAN Lebach e.V. wurde 1978 von der Blindenlehrerin Monika Hoffeld und Pfarrer Hermann-Ludwig Meiser gegründet.  Damals hielten sich in Lebach einige chilenische Asylsuchende auf, die vor der Militärdiktatur Pinochets geflohen waren. Sie berichteten Monika Hoffeld von der unbeschreiblichen Not in ihrer Heimat, die sich daraufhin mit Pfarrer Meiser entschloss, Hilfe zu leisten. Anfänglich wurden zunächst nur Sach- und Kleiderspenden nach Chile geschickt. Durch ein Schulfest am Realgymnasium Lebach, an dem Pfarrer Meiser bis 1988 tätig war, kam unter dem Motto „Kinder helfen Kindern“ ein stattlicher Geldbetrag zusammen. Mit diesem Geld wurden daraufhin Maßnahmen finanziert, die vor allem Not leidenden Kindern und Jugendlichen zugute kamen.

Motto der KINDERHILFE CHILLAN

„Das größte Übel, das wir unseren Mitmenschen antun können, ist nicht, sie zu hassen, sondern ihnen gegenüber gleichgültig zu sein.“ (George Bernhard Shaw)

Grundsätze der KINDERHILFE CHILLAN

Seit der Gründung des Vereins lässt sich der Vorstand vor allem von folgenden Grundsätzen leiten:

- Der Verein dient ausschließlich humanitären Zwecken und fördert Projekte für Kinder und Jugendliche, die in der chilenischen Stadt CHILLÁN und deren Umgebung angesiedelt sind.

- Jede Unterstützung des Vereins ist Hilfe zur Selbsthilfe. Langfristig gesehen sollen die chilenischen Partner/innen, die Träger der Projekte sind, in die Lage versetzt werden, finanziell unabhängig zu sein.

- Die Mitglieder/innen des Vorstandes überzeugen sich vor Ort über die sachgemäße Verwendung der Fördergelder. Der Verein unterstützt nur Projekte, deren Projektleiter dem Vorstand aus langjähriger Zusammenarbeit persönlich bekannt sind.

- Die Vereinsmitglieder/innen arbeiten ehrenamtlich und ohne Aufwandsentschädigung. Die Verwaltungsgebühren werden so gering wie möglich gehalten (Im Jahr 2000 betrugen sie lediglich 0,9 %)

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2.2 Unsere Partner in Chile

Projektleiter

Zu Padre Osvaldo Salgado Coe, dem Pfarrer der Bischofskirche in CHILLAN, bestehen seit 1978 intensive Kontakte. Er ist den Verantwortlichen der KINDERHILFE CHILLAN ein wichtiger Berater, dem die Chilenen und deren Notlagen bestens vertraut sind. Er ist Urheber, Motor und Begleiter der geförderten Projekte. Von gleicher Bedeutung ist der aus Amerika kommende Padre Ricardo Sammon O'Brien, der seit 1956 in der Landgemeinde Portezuelo lebt und segensreich wirkt. Er setzt sich mit Entschiedenheit für den Erhalt der Kultur der Landbevölkerung und deren Rechte ein. Vor allem die schulische und berufliche Ausbildung der Kinder und Jugendlichen ist ihm ein Anliegen.

Der Kinderhilferat

Die KINDERHILFE CHILLAN wird in Chillán durch einen ehrenamtlichen Rat repräsentiert, der die Projekte vor Ort kontrolliert. Er ist verantwortlich für die Verwaltung der zur Verfügung gestellten Mittel und gegenüber der KINDERHILFE CHILLAN über die Verwendung der Gelder rechenschaftspflichtig.

Kinderdorfverein

Träger des Kinderdorfes „Villa Jesus Niño“, das mit Geldern der KINDERHILFE CHILLAN errichtet wurde, ist der Kinderdorfverein „Communuidad Jesus Niño“. Er ist verantwortlich für die Finanzierung und Verwaltung des Kinderdorfes und Ansprechpartner für staatliche Stellen. Unter der Leitung von Padre Osvaldo kommen die ausschließlich Ehrenamtlichen schon seit vielen Jahren einmal wöchentlich zusammen, um über den Fortbestand und die Weiterentwicklung des Kinderdorfes Entscheidungen zu treffen.

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2.3 Kinderdorf

Kinderdorf „Villa Jesus Niño“

Schon bei den ersten Kontakten mit Padre Osvaldo berichtete er von Kindern, die auf der Straße leben. Sie stammen in der Regel aus Familien, in denen ein Teil der Eltern Alkoholiker war und der Lebensunterhalt nicht gesichert war.

Mit Hilfe der KINDERHILFE CHILLÁN konnte Padre Osvaldo ein kleines Haus erwerben und diese Kinder von der Straße und aus den Elendsvierteln holen.
Schon bald war dieses zu klein und nach einer Grundstücksschenkung reifte die Idee, ein eigenes Kinderdorf zu erbauen. Im Dezember 1983 wurde der Grundstein für das erste Haus des Kinderdorfesvon Kardinal Raúl Silva Henriquez aus Santiago  gelegt. Ein Jahr später zog die erste Familie ein. Mit dem Bau des zehnten Hauses und eines Gemeinschaftshauses wurde das Kinderdorf vollendet

Leitspruch des Kinderdorfes:
"Una familia que acoge con amor" ("Eine Familie, die mit Liebe aufnimmt")

Grundgedanken und Organisation

In jedem Haus des Kinderdorfes „Villa Jesus Niño“ lebt eine Familie mit eigenen Kindern, die bereit und in der Lage ist, weitere 8-10 Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen aufzunehmen. Sie werden von Sozialarbeitern, Pädagogen und Psychologen bei ihrer schwierigen Aufgabe unterstützt und begleitet. Für die hauswirtschaftlichen Arbeiten ist für jedes Haus eine Hilfskraft eingestellt.
Alle Väter gehen einer regelmäßigen Arbeit außerhalb des Kinderdorfes nach.

Die Baukosten betrugen je Haus etwa 50.000 - 60.000 DM. Jedes der zweistöckigen Häuser hat ein Wohn- und Esszimmer, einen Aufenthaltsraum, zwei Bäder, eine Küche und fünf Schlafräume. Inzwischen sind alle Häuser einmal renoviert worden und haben einen Erweiterungsbau und großzügigere Wasch- und Duschräume erhalten.

Für einen Teil der Jugendlichen über 18 Jahren hat die KINDERHILFE CHILLAN ein Haus gekauft und als Außenwohngruppe eingerichtet. Unter sozialpädagogischer Begleitung können sich hier die Heranwachsenen in Schul- oder Berufsausbildung auf ein eigenständiges Leben vorbereiten.

Besuch aus Deutschland

Groß ist die Freude bei den Kindern, wenn „Tia (Tante) Monika“ und Padre Hermann-Ludwig wieder einmal nach Chile kommen und die Kinder des Kinderdorfes besuchen. Mit einer großen „Velada" (Unterhaltungsprogramm) zeigen sie all ihr Können und bedanken sich damit bei der KINDERHILFE CHILLAN, die ihnen ein neues Zuhause gegeben hat.
Der KINDERHILFE CHILLÁN sind regelmäßige Besuche des Kinderdorfes und der anderen Projekte sehr wichtig. Im direkten Kontakt können sich die Verantwortlichen von der ordnungsgemäßen Verwendung der zur Verfügung gestellten Gelder überzeugen. Darüber hinaus dienen die Besuche dem Austausch mit den Leitern/innen und Mitarbeitern/innen der Projekte, die Gelegenheit haben, direkt über Probleme und Fortschritte ihrer Arbeit zu berichten.

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2.4 Landpfarrei Portezuelo

Die KINDERHILFE CHILLAN kam 1986 zum ersten Mal mit der Landpfarrei Portezuelo in Kontakt. Damals wurde dem Verein von einem Zahnarzt aus Hüttersdorf/Saar, der sich zur Ruhe setzte, eine vollständige Praxiseinrichtung angeboten. Eine Anfrage bei Padre Osvaldo ergab, dass in der unterentwickelten Gemeinde Portezuelo dafür ein Bedarf bestand. Noch heute ist die Zahnarztpraxis in Betrieb. Regelmäßig kommt ein Zahnarzt zur Zahnbehandlung und -prophylaxe der Schüler/innen. Zu den laufenden Kosten der Zahnarztpraxis zahlt die KINDERHILFE CHILLÁN einen monatlichen Zuschuss.

Die Landgemeinde Portezuelo mit rund 2000 Einwohnern liegt etwa 40 km von CHILLAN entfernt in der Provinz Ñuble, die zu den ärmsten und trockensten Provinzen Chiles (El Secano) gehört. Von Seiten der chilenischen Regierung gibt es wenig Hilfen für die Entwicklung dieser Region. Die Pfarrgemeinde „Nuestra Señora del Carmen“ erstreckt sich über eine Fläche von 280 qkm. Mit 22 Einwohnern pro qkm ist sie dünn besiedelt. Die Bewohner finden meist nur Gelegenheitsarbeiten und können durch die Bewirtschaftung kleinerer Grundstücke ihren Lebensunterhalt nur notdürftig sichern. Das durchschnittliche Einkommen der Bewohner von Portezuelo liegt weit unter dem durchschnittlichen Mindestlohn.

Pfarrer dieser großen Landgemeinde ist der aus Nordamerika stammende Padre Ricardo Sammon O'Brien, der seit 1956 Jahren in Portezuelo lebt. Neben der seelsorgerischen Arbeit bemüht er sich vor allem um die schulische und berufliche Ausbildung von Kindern und Jugendlichen und um die Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lebensverhältnisse der Campesinos. Daneben ist ihm die Förderung und der Erhalt der kulturellen und spirituellen Identität der Landbevölkerung ein besonderes Anliegen.

Die KINDERHILFE CHILLAN unterstützt vor allem Padre Ricardos Bemühungen zur Verbesserung der schulischen und beruflichen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen, weil dadurch die wirtschaftliche und soziale Situation der Landbevölkerung nachhaltig verbessert werden kann. In Trägerschaft der Pfarrgemeinde wird in Portezuelo ein Schulkomplex mit Vor-, Grund- und Hauptschule sowie ein gymnasialer Zweig unterhalten. In den abgelegenen Landgemeinden wird die schulische Ausbildung durch vier kleinere Landschulen der Pfarrei gesichert. Weitab wohnende Kinder, die einen langen Fußweg zur Schule zurückzulegen haben, können in Internaten untergebracht werden.

Größtenteils konnte die KINDERHILFE CHILLAN mit Sachspenden helfen. So wurden die Schulen und Internate nach und nach mit gebrauchten Möbeln aus saarländischen und Bitburger Schulen ausgestattet. Unter anderem hat die Schule das vollständige Mobiliar eines ausgemusterten Physiksaals erhalten. An gebrauchten Computern können die Schüler erste Erfahrungen mit der Datenverarbeitung sammeln.

Eine größere Anzahl gebrauchter Nähmaschinen werden zur hauswirtschaftlichen Ausbildung genutzt. In Abendkursen werden die Mütter der Schulkinder in der Anfertigung preiswerter Bekleidung unterrichtet.

Seit 1993 wird in Portezuelo eine dreijährige Ausbildung zum /zur Agrotechniker / in angeboten. Die Jugendlichen werden mit intensiveren und ökologischeren Anbaumethoden vertraut gemacht und können mit dieser Berufsausbildung erwerbstätig werden und ihren Lebensunterhalt sichern. Die Campesinos ahmen die neuen Methoden nach und erzeugen im Gegensatz zur traditionellen Landwirtschaft, z.B. durch den Einsatz von Folien-Gewächshäusern, größere Ernteerträge.

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2.5. Gesundheitszentrum "Consultorio Santa Maria Josefa"

Schon bei den ersten und allen weiteren Besuchen in Chile wurden Monika Hoffeld und Pfarrer Meiser immer wieder mit der unzureichenden Versorgung von Bedürftigen konfrontiert. Die Ursache für die Defizite im Gesundheitswesen liegen in dem zweigliedrigen Versicherungssystem, das unter der Militärdiktatur von Augusto Pinochet eingeführt wurde. Seitdem sind neben der öffentlichen Krankenkasse Fondo National de Salud (FONASA) privatwirtschaftliche Instituciones de Salud Pre-visional (ISAPREs) als Träger der sozialen Sicherung zugelassen. Die Beiträge zu den privaten Versicherungen können jedoch nur von Besserverdienenden aufgebracht werden. Für die unteren Einkommensgruppen bietet der private Versicherungsmarkt keine Verträge an.

Die Privatversicherten kommen in den Genuss einer besseren Behandlung bei Privatärzten und -kliniken, müssen dafür aber einen erheblichen Teil der Therapiekosten selbst bezahlen. Immer wieder stürzen kranke Menschen wegen eines Tumors oder einer größeren Operation in den finanziellen Ruin.

Das gilt auch für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen. Sie können sich nur in den meist ärmlichen öffentlichen Krankenhäusern behandeln lassen und müssen lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Mittel- und Arbeitslose müssen selbst bei lebensbedrohlichen Erkrankungen lange  Wartezeiten   in Kauf nehmen und auf Untersuchungen und Behandlungen warten.

Die KINDERHILFE CHILLAN hatte bereits unmittelbar nach der Vereinsgründung Kontakt zu den Schwestern des Ordens „Siervas de Jesús de la Caridad", die sich um eine Verbesserung der medizinischen Versorgung der Bewohner von Elendsvierteln bemühten. Zu Beginn wurden regelmäßig Medikamente geschickt. Später half die KINDERHILFE CHILLAN,  einen dringend notwendigen Erweiterungsbau der von den Schwestern geführten „Policlinica San Vicente" zu finanzieren.

1990 wurde dann der Entschluss gefasst, ein kleines Krankenhaus zu bauen, weil verarmte Chilenen nicht oder nur unzureichend stationär behandelt wurden.   Die "Clinica San Lucas" konnte für chilenische Verhältnisse fast vollständig mit gebrauchten medizinischen Geräten aus Deutschland  gut ausgestattet werden. Nach relativ kurzer Zeit mussten die Verantwortlichen der KINDERHILFE CHILLAN leider feststellen, dass die eigentlichen Zielsetzungen mit dieser Einrichtung nicht erreicht wurden. Mit der Behandlung von Reichen sollten Gewinne erzielt werden, um Bedürftige kostenlos behandeln zu können.

Zur Vermeidung von Defiziten wurde daher 1993 beschlossen, die Einrichtung zu schließen. Das Gebäude wurde später an die Schwestern von San Vicente übergeben, die schon seit längerem Ausschau nach größeren Räumlichkeiten hielten. Mit dem erweiterten Raumangebot können nun Behandlungen in den medizinischen Fachbereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie, HNO, Augen-, Kinder- und Zahnheilkunde sowie Dermatologie und Krankengymnastik angeboten werden. Ein weiteres Anliegen der Schwestern ist die Beratung und Behandlung von Drogen- und Alkoholsüchtigen. In enger Zusammenarbeit mit den öffentlichen Gesundheits- diensten und mit Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern werden Vor- und Nachsorgeprogramme durchgeführt. Die KINDERHILFE CHILLAN trägt schon seit Jahren die Lohnkosten für den Allgemeinmediziner Walter Müschen. Darüber hinaus werden regelmäßig gebrauchte Krankenbetten, Rollstühle und andere medizinische Hilfsgeräte nach Chile geschickt.

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2.6 Speisesäle

In den ersten Jahren nach Gründung der KINDERHILFE CHILLAN war die wirtschaftliche Not in Chile am größten. Sozialschwache, kinderreiche Familien kämpften um das nackte Überleben.

Es wurden daher einige Speisesäle unterstützt , in denen täglich bis zu 400 Vorschulkinder, Schüler/-innen und Studenten/-innen kostenlos oder gegen geringes Entgelt eine warme Mittagsmahlzeit erhielten.

Die KINDERHILFE CHILLÁN übernahm größtenteils die Kosten für den Unterhalt der Speisesäle. Die Chilenen stellten zudem ehrenamtlich ihre Arbeitskraft zur Verfügung. Zur Zeit wird nur noch der Speisesaal "San Pablo" für Studenten/innen unterstützt, die Mühe haben, ihr Studium zu finanzieren.

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3. AKTIONEN

3.1 Schulfeste

Ohne die Unterstützung durch verschiedene Vereine, Schulen, Frauengemein- schaften, Jugendgruppen usw. ist die Arbeit der KINDERHILFE CHILLAN nicht denkbar. Sie führen seit Jahren verschiedene Veranstaltungen und Aktionen zu Gunsten der KINDERHILFE CHILLAN durch und sichern somit den Fortbestand der unterschiedlichen Projekte. Zwei Beispiele stellvertretend für andere:

 

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3.2 Märkte

Daneben entwickelt die KINDERHILFE CHILLAN mit Unterstützung ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer eigene Aktivitäten, um die jährlich erforderlichen Mittel für die Projekte aufzubringen.

Die KINDERHILFE CHILLAN ist regelmäßig auf Märkten anzutreffen. Der Erlös aus dem Verkauf von Kaffee und Kuchen, Bastelarbeiten, Strickwaren, Weihnachtskarten, sowie den typischen chilenischen Empanadas (Fleischtaschen) und Kunsthandwerk aus Chile fließt den Projekten zu.

 

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3.3 Hungermarsch

Pfarrer Hermann-Ludwig Meiser, ehemaliger Religionslehrer am Lebacher Gymnasium und Mitbegründer der KINDERHILFE CHILLÁN, organisierte erstmalig 1979 einen Hungermarsch unter dem Motto: „Anders leben - teilen lernen".

Jede/r Teilernehmer/in erhält im Vorfeld eine Hungermarschkarte. Damit geht er zu Bekannten und Verwandtenund vereinbart mit ihnen einen bestimmten Betrag pro gewanderten Kilometer (z.B. einen Euro oder weniger pro km) und lässt sich dies durch Unterschrift bestätigen.

Die Marschroute ist in Stationen von je 5 Kilometer eingeteilt und wird an den einzelnen Stationen bestätigt. Sie können selbst wählen, ob sie die ganze oder Teilstrecken gehen wollen.

Die vereinbarten Beträge werden auf die Konten der KINDERHILFE CHILLAN oder an der Hungermarschkasse eingezahlt.

Nachdem Pfarrer Meiser 1988 als Seelsorger nach Bitburg ging, findet auch dort jährlich ein Hungermarsch, außerdem ein jährlicher Blumenverkauf und eine Backaktion statt.  

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3.4 Weltmeisterschaft im Groschenlegen

Die KINDERHILFE CHILLAN ist mehrmalige Inhaberin eines Weltrekordes im Groschenlegen. 1988 konnte zum 10-jährigen Jubiläum mit dieser weit beachteten Aktion erstmals ein Eintrag in das „Guiness-Buch der Rekorde“ erzielt werden. Der riesige Aufwand war nur mit der Unterstützung vieler Spender und freiwilliger Helferinnen und Helfer möglich. Mit der originellen Spendenaktionen während des Lebacher Stadtfestes konnte immer ein ansehnlicher Betrag für die Projekte in Chile erwirtschaftet werden.

Mit 10 Pfg- bzw. 10 Cent-Münzen gelegte Flächen:

1988       161 m²       37.580 DM    1. Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde

1993       312 m²       70.654 DM    2. Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde

1998       454 m²       86.481 DM    3. Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde

2003       115 m²        32.492 €

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3.5 Container

Mehrmals jährlich werden große Schiffscontainer mit einem Fassungsvermögen von 65 Kubikmetern verladen und nach Chile verschifft. Die KINDERHILFE CHILLÁN sammelt dafür das ganze Jahr über gebrauchte Sachen. Kleider, Schuhe, Spielsachen, Schulmöbel, Fahrräder usw. werden im Kinderdorf Villa Jesus Nino oder für die Schulen in Portezuelo verwendet und an Bedürftige ausgegeben. Das Gesundheitszentrum „Consultorio Santa Maria Josefa“ sowie die Landpfarrei Portezuelo sind dankbar für gut erhaltene Krankenbetten, Rollstühle, Krücken, Brillen und andere medizinische Hilfsgüter, die sie an Kranke ausleihen.

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3.6 Bücher & CD

Mit dem Verkauf von zwei Kochbüchern und einer CD mit südamerikanischen Liedern konnte und kann das Spendenaufkommen erhöht werden.

Kochbücher mit handgeschriebenen Rezepten sind  zum Preis von 13 € erhältlich.

BAND 1: Erprobte Spezialitäten und Hausmannskost aus Deutschland

BAND 2: Erprobte Spezialitäten und Hausmannskost aus Deutschland und Chile

Die von unserem chilenischen Ratsmitglied Fernando San Martin Bello eingespielte CD kann zum Preis von 7 € erstanden werden.

FERNANDO  SAN MARTIN BELLO: LIEDER AUS SÜDAMERIKA

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4. SPENDEN

Die KINDERHILFE CHILLAN dankt allen Spenderinnen und Spendern, die seit vielen Jahren mithelfen, die Projekte in Chile zu finanzieren. Dies sind zunächst Einzelpersonen, die sich von den Spendenaufrufen angesprochen fühlen und regelmäßig oder einmalig spenden. Nicht ohne Bedeutung sind auch die Spenden anlässlich von Jubiläen, Geburtstagen, Hochzeiten oder Beerdigungen.

Daneben tragen Gruppen, Firmen, Geschäftsleute, Schulen und Schulklassen, Vereine und Verbände, Frauengemeinschaften usw. in großartiger Weise mit dazu bei, die notwendigen Mittel aufzubringen.

Die KINDERHILFE CHILLÁN muss monatlich einen Betrag von ca 12.000 € an die Verantwortlichen in Chile zum Fortbestand der Projekte überweisen.

Spendenergebnis der KINDERHILFE CHILLAN seit 1978:

?????4.256.070 € (8.328.061 DM)  ??????

Und wie können Sie mithelfen?

- durch einmalige oder regelmäßige Geldspenden (die KINDERHILFE CHILLAN ist   als gemeinnützige Organisation vom Finanzamt   anerkannt und berechtigt,   Spendenbescheinigungen auszustellen)
- durch Sachspenden (Bekleidung, Schuhe, Brillen, Spielsachen, gebrauchte   Computer usw.)
- durch Benefiz-Veranstaltungen, Basare und Aktionen zugunsten der   KINDERHILFE CHILLAN
- durch Verzicht auf Geschenke bei Feiern, Jubiläen
- durch aktives Mitwirken bei den Aktionen (Märkte, Hungermarsch,   Gebrauchtkleidung sortieren, Container  beladen etc.)

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