Gesundheitszentrum „Consultorio Santa Maria Josefa“

Krankenschwester und 2 Chilenen mit Beinverletzungen im Behandlungszimmer

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Schon bei den ersten und allen weiteren Besuchen in Chile wurden Monika Hoffeld und Pfarrer Meiser immer wieder mit der unzurei- chenden Versorgung von Bedürftigen konfrontiert. Die Ursache für die Defizite im Gesundheitswesen liegen in dem zweigliedrigen Versi- cherungssystem, das unter der Militärdiktatur von Augusto Pinochet eingeführt wurde. Seitdem sind neben der öffentlichen Krankenkasse Fondo National de Salud (FONASA) privatwirtschaftliche Instituciones de Salud Previsional (ISAPREs) als Träger der sozialen Sicherung zugelassen. Die Beiträge zu den privaten Versicherungen können jedoch nur von Besserverdienenden aufgebracht werden. Für die unteren Einkommensgruppen bietet der private Versicherungsmarkt keine Verträge an.

Zweiklassenmedizin

Die Privatversicherten kommen in den Genuss einer besseren Behandlung bei Privatärzten und -kliniken, müssen dafür aber einen erheblichen Teil der Therapie- kosten selbst bezahlen. Immer wieder stürzen kranke Menschen wegen eines Tumors oder einer größeren Operation in den finanziellen Ruin. Das gilt auch für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen. Sie können sich nur in den meist ärmlichen öffentlichen Kranken- häusern behandeln lassen und müssen lange Warte- zeiten in Kauf nehmen. Mittel- und Arbeitslose müssen selbst bei lebensbedrohlichen Erkrankungen  lange auf Untersuchungen und Behandlung warten.

Die KINDERHILFE CHILLAN hatte bereits unmittelbar nach der Vereinsgründung Kontakt zu den Schwestern des Ordens „Siervas de Jesús de la Caridad“, die sich um eine Verbesserung der medizinischen Versorgung der Bewohner von Elendsvierteln bemühten. Zu Beginn wurden regelmäßig Medikamente nach Chile geschickt. Später half die KINDERHILFE CHILLAN, einen dringend notwendigen Erweiterungsbau die von den Schwestern geführten  "Policlinico San Vicente“ zu finanzieren.

1990 wurde dann der Entschluss gefasst, ein kleines Krankenhaus zu bauen, weil verarmte Chilenen nicht oder nur unzureichend stationär behandelt wurden. Die „Clinica San Lucas konnte für chilenische Verhältnisse fast vollständig mit gebrauchten medizinischen Geräten aus Deutschland  gut ausgestattet werden. Nach relativ kurzer Zeit mussten die Verantwortlichen der KINDERHILFE CHILLAN leider feststellen, dass die eigentlichen Zielsetzungen mit dieser Einrichtung nicht erreicht wurden. Mit der Behandlung von Reichen sollten Gewinne erzielt werden, um Bedürftige kostenlos behandeln zu können. Zur Vermeidung von Defiziten wurde daher 1993 beschlossen, die Einrichtung zu schließen.

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Volles Wartezimmer in der Poliklinik

Wartesaal der Policlinico

Arzt und Patientin im Behandlungszimmer

Dr. Walter Müschen in der Sprechstunde

Volles Wartezimmer in Poliklinik

Der Nächste bitte!

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Das Gebäude wurde später an die Schwestern von San Vicente übergeben, die schon seit längerem Ausschau nach größeren Räumlichkeiten hielten. Mit dem erweiterten Raumangebot können nun Behandlungen in den medizinischen Fachbereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie, HNO, Augen-, Kinder- und Zahnheilkunde  sowie Dermatologie und Krankengymnastik angeboten werden.
Ein weiteres Anliegen der Schwestern ist die Beratung und Behandlung von Drogen- und Alkoholsüchtigen. In enger Zusammenarbeit mit den öffentlichen Gesundheitsdiensten und mit Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern werden Vor- und Nachsor- geprogramme durchgeführt.
Die KINDERHILFE CHILLÁN trägt schon seit Jahren die Lohnkosten für den Allgemeinmediziner Walter Müschen. Darüber hinaus werden regelmäßig gebrauchte Krankenbetten, Rollstühle und andere medizinische Hilfsgeräte nach Chile geschickt.