Krankenhaus
© 2015 KinderhilfeChillán e.V.

Gesundheitszentrum

„Consultorio Santa Maria Josefa“

 

Schon bei den ersten und allen weiteren Be-suchen in Chile wurden Monika Hoffeld und Pfarrer Meiser immer wieder mit der unzurei- chenden Versorgung von Bedürftigen konfrontiert. Die Ursache für die Defizite im Gesundheitswesen liegen in dem zwei-gliedrigen Versicherungssystem, das unter der Militärdiktatur von Augusto Pinochet eingeführt wurde. Seitdem sind neben der öffentlichen Krankenkasse Fondo National de Salud (FONASA) privatwirtschaftliche Instituciones de Salud Previsional (ISAPREs) als Träger der sozialen Sicherung zugelassen. Die Beiträge zu den privaten Versicherungen können jedoch nur von Besserverdienenden aufgebracht werden. Für die unteren Einkommensgruppen bietet der private Versicherungsmarkt keine Verträge an.

Zweiklassenmedizin

Die Privatversicherten kommen in den Genuss einer besseren Behandlung bei Privatärzten und -kliniken, müssen dafür aber einen erheblichen Teil der Therapie-kosten selbst bezahlen. Immer wieder stürzen kranke Menschen wegen eines Tumors oder einer größeren Operation in den finanziellen Ruin. Das gilt auch für Ver-sicherte der gesetzlichen Krankenkassen. Sie können sich nur in den meist ärm-lichen öffentlichen Krankenhäusern behandeln lassen und müssen lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Mittel- und Arbeitslose müssen selbst bei lebensbedrohlichen Erkrankungen lange auf Untersuchungen und Behandlung warten.

Die KINDERHILFE CHILLÁN hatte bereits unmittelbar nach der Vereinsgründung Kontakt zu den Schwestern des Ordens „Siervas de Jesús de la Caridad“, die sich um eine Verbesserung der medizinischen Versorgung der Bewohner von Elendsvierteln bemühten. Zu Beginn wurden regelmäßig Medikamente nach Chile geschickt. Später half die KINDERHILFE CHILLÁN, einen dringend notwendigen Erweiterungs-bau, die von den Schwestern geführten  "Policlinico San Vicente“, zu finanzieren.

1990 wurde der Entschluss gefasst, ein kleines Krankenhaus zu bauen, weil verarmte Chilenen nicht oder nur unzureichend stationär behandelt wurden. Die "Clinica San Lucas" konnte für chilenische Verhältnisse fast vollständig mit gebrauchten medizinischen Geräten aus Deutschland  gut ausgestattet werden. Nach relativ kurzer Zeit mussten die Verantwortlichen der KINDER-HILFE CHILLÁN leider feststellen, dass die eigentlichen Zielsetzungen mit dieser Einrichtung nicht erreicht wurden. Mit der Behandlung von Reichen sollten Gewinne erzielt werden, um Bedürftige kostenlos behandeln zu können. Zur Vermeidung von Defiziten wurde daher 1993 beschlossen, die Einrichtung zu schließen.

 

           Wartesaal der Policlinico

Dr. Walter Müschen in der Sprechstunde

Der Nächste bitte

 

Das Gebäude wurde später an die Schwestern von San Vicente übergeben, die schon seit längerem Ausschau nach größeren Räumlichkeiten hielten. Mit dem erweiterten Raumangebot können nun Behandlungen in den medizinischen Fachbereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie, HNO, Augen-, Kinder- und Zahnheilkunde  sowie Dermatologie und Krankengymnastik angeboten werden.
Ein weiteres Anliegen der Schwestern ist die Beratung und Behandlung von Drogen- und Alkoholsüchtigen. In enger Zusammenarbeit mit den öffentlichen Gesundheitsdiensten und mit Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern werden Vor- und Nachsor- geprogramme durchgeführt.
Die KINDERHILFE CHILLÁN trägt schon seit Jahren die Lohnkosten für den Allgemeinmediziner Walter Müschen. Darüber hinaus werden regelmäßig gebrauchte Krankenbetten, Rollstühle und andere medizinische Hilfsgeräte nach Chile geschickt.

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